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Professor Michael Brocke, Direktor des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts, am 31. Mai 2017: „(…) das Foto der vielen SS-SD-Leute ist gewiss sehr wichtig, sehr interessant in vielerlei Hinsichten.“

geschrieben am 8. März 2017, aktualisiert am 5. Juni 2017

Adolf Eichmann war kamerascheu: „Sein Vater behauptete, Adolf habe sich grundsätzlich nicht fotografieren lassen,“ berichtete Wiesenthal in seinem Buch „Recht, nicht Rache“ (Ullstein Frankfurt 1988) auf Seite 96. Und Wiesenthal weiter: „Wir glaubten das anfangs nicht, aber im Laufe der Zeit sollte es sich als die Wahrheit herausstellen“. Wiesenthal erklärt Eichmanns Abneigung gegen das Fotografiertwerden so: „Eichmann war offenbar klar, dass er etwas tat, das ihn irgendwann der Verfolgung aussetzen konnte.“

Das Marie-Josenhans-Institut hat nun ein bisher unbekanntes Foto von Eichmann aus der Nazi-Zeit gefunden: Er sitzt in der Mitte der ersten Reihe (mit der Schirmmütze auf dem Kopf) – und ist der Mann mit dem höchsten Rang.

Als Eichmann von Hitler dazu „ausersehen“ wurde, „den Judenmord zu organisieren“, sei es, so Wiesenthal weiter auf Seite 336, „naheliegend“ gewesen, „dass er Österreicher in führende Funktionen seiner Organisation berief“. Diese „Organisation“ Eichmanns zeigt das Foto. Die Frage: Wer sind die anderen Personen auf dem Bild ?

Das Marie-Josenhans-Institut fragte am 25. Mai 2017 in einer Email Universitätsprofessor Dr. Michael Brocke, Direktor des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, ob er etwas zu dem Foto sagen könne.

Hier Professor Brockes Antwort-Email vom 31. Mai 2017:

„Sehr geehrte Frau Shin,

danke für Ihre Anfrage – das Foto der vielen SS-SD-Leute ist gewiss sehr wichtig, sehr interessant in vielerlei Hinsichten. Man könnte die Personen identifizieren – so scharf ist die Aufnahme!

Es handelt sich wahrscheinlich um eine feierliche Zeremonie – das Feuer im Windlicht deutet darauf hin, dass etwas bevorsteht oder soeben etwas zelebriert wurde, eine Entsendung, eine „Einschwörung“ usw.

Was ist mariejosenhans für ein Institut?

Ich bin allerdings Judaist vom Fach und kein Zeithistoriker der NS-Zeit, ich kann Ihnen nichts Relevantes mitteilen.

Sie werden Fachleute befragen und befragt haben. Viel Erfolg.

Freundliche Grüße

M Brocke
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Univ.-Prof. Dr. Michael Brocke
Salomon L. Steinheim-Institut
fuer deutsch-juedische Geschichte
an der Universitaet Duisburg-Essen“